Firmengründung in der Slowakei

Bei der Firmengründung ist aus steuerlichen Gründen die Rechtsform des Unternehmens sehr wichtig. Im Bezug auf das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Slowakei und Deutschland, bzw. Slowakei und Österreich, kann die effektive Endbesteuerung bei verschiedenen Eigentümerstrukturen anders auszusehen. Die konkrete Beispiele finden Sie auch bei „Steuergrundlagen bei der Firmengründung“.

Die Gründung einer Firma in der Slowakei ist nur der kleine erste administrative Schritt. Zur Nutzung allen Vorteilen des Standortes in der Slowakei, kann eine zu einfache Lösung ohne Betriebstätte, oft nicht ausreichend werden. Die ordentliche Betriebstätte ist bei vielen Unternehmenslösungen eine gesetzliche Notwendigkeit.

Seit 2004 haben wir mehr als 500 Firmen für deutschsprachigen Unternehmern in der Slowakei gegründet.
Profitieren auch Sie beim Start Ihres Unternehmens in der Slowakei von unseren langjährigen Erfahrungen und Professionalität.

Die am meistens verwendete Unternehmensformen:

Unternehmensformen

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

    GmbH (slowakisch s.r.o.) ist die einfachste und beliebteste Unternehmensform bei den Kapitalgesellschaften in der Slowakei.

    Das Stammkapital beträgt mindestens 5.000 €. Für die Gründung der Gesellschaft reicht eine Erklärung des Gründers aus, dass er mit diesem Stammkapital verfügt. Buchhalterich bleibt der Stammkapital in der Firmenkassa. Auch wenn das Stammkapital auf das Bankkonto übertragen wird, steht Ihnen jederzeit in voller Summe zur Verfügung

    Die GmbH kann auch ein Alleingesellschafter gründen (keine Staatsbürgerschaftseinschänkung). Dieser Gesellschafter kann gleichzeitig auch Geschäftsführer werden. Die GmbH kann bis zu 50 Gesellschafter haben.

    Der Geschäftsführer muss kein Wohnsitz in der Slowakei haben. (es reicht die Staatsbürgerschaft EU, oder OECD Mitgliedsländern)

    Eckdaten

    • Körperschaftssteuer (KöSt): 21%
    • Keine Mindeststeuer
    • Dividendensteuer in der Slowakei (KeSt): 7%  (natürliche Personen)
    • Dividendensteuer in der Slowakei (KeSt): 0%  (juristische Personen)
    • Mindeststammkapital: € 5.000
    • Kein Angestelltenverhältnis des Geschäftsführers notwendig
    • Keine Pflichtversicherung für die Geschäftsführer und die Gesellschafter
    • Gewinnaufteilung an die Gesellschafter muss nicht den Geschäftsanteilen entsprechen

  • Kommanditgesellschaft (KG, oder Gmbh & Co. KG)

    Kommanditgesellschaft (slowakisch k.s.) ist bei deutschsprachigen Unternehmern in der Slowakei die bevorzugte Unternehmensform. Sie muss mindestens zwei Gesellschafter (mind. ein Kommanditist und mind. ein Komplementär) haben.

    Der Kommanditist haftet nur bis zur Höhe eingezahlter Einlage (mind. € 250), der Komplementär hingegen haftet mit seinem Gesamtvermögen. Aus diesem Grund ist der Komplementär oft eine juristische Person mit beschränkter Haftung (GmbH/s.r.o.).

    In deutschsprachigem Raum ist solche Unternehmensform auch als „Gmbh & Co. KG“ bekannt. In der Slowakei sind das zwei selbständige Firmen, wobei die GmbH /s.r.o. aus Haftungsgründen nur eine Verwaltungsgesellschaft wird.

    In der Slowakei ist die Kommanditgesellschaft eine Kapitalgesellschaft, ähnlich wie die GmbH. Damit werden die ausbezahlte Gewinnanteile an die Kommanditisten und Komplementären als Ausschüttung einer Kapitalgesellschaft betrachtet (Dividende).

    Diese Dividenden sind in der Slowakei für die natürlichen Personen nur mit 7% KeSt. zu versteuern. Sobald der Kommanditist eine juristische Person ist, zahlt diese gar keine Dividendensteuer.

    Sowohl in Deutschland, auch in Österreich ist die Kommanditgesellschaft eine Personengesellschaft. An die Kommanditisten ausbezahlten Gewinnanteile unterliegen dort normalen Einkommensteuern natürlichen Personen. Laut DBA unterliegt ein solches Einkommen aus der Slowakei, sowohl in Deutschland auch in Österreich nur dem Steuerprogressionsvorbehalt. (mehr zum Thema)

    Der Kommanditist muss kein Wohnsitz in der Slowakei haben.

    Eckdaten

    • Steuern: 21% KöSt, keine Mindeststeuer
    • Dividendensteuer in der Slowakei (KeSt): 7%  (natürliche Personen)
    • Dividendensteuer in der Slowakei (KeSt): 0%  (juristische Personen)
    • Kein Angestelltenverhältnis des Kommanditist notwendig
    • Keine Pflichtversicherung für die Kommanditisten
    • Gewinnaufteilung an die Gesellschafter muss nicht den Geschäftsanteilen entsprechen

  • Aktiengesellschaft (AG)

    Aktiengesellschaft (slowakisch a.s.) ist wegen der Höhe des Stammkapitals und mehreren zusätzlichen Pflichten aus Buchhaltungsgesetz nicht sehr verbreitete Gesellschafsform in der Slowakei. Sie gilt eher als typische Unternehmensform von Wirtschaftsunternehmen mit großem Kapitalbedarf.

    Die Aktiengesellschaft kann eine öffentliche (Börsennotierung) sowie private Form haben.

    Die Organe der AG

    Die Aktiengesellschaft setzt sich aus drei grundlegenden Organen zusammen:

    • Die Hauptversammlung
    • Der Aufsichtsrat
    (mind. 3 Mitglieder)
    • Der Vorstand

    Die AG wird von dem Vorstand eigenverantwortlich geleitet, welcher wiederum aus einer oder mehreren Personen bestehen kann. Der Vorstand wird von dem zweiten Organ, dem Aufsichtsrat, bestellt und überwacht. Der Aufsichtsrat hat Zugang zu allen Dokumenten der Gesellschaft und prüft beispielsweise auch den Jahresabschluss der AG. Die Hauptversammlung ist das beschließende Organ einer AG und setzt sich aus allen Aktionären einer Aktiengesellschaft zusammen. Hier werden, je nach Aktienanteil, Stimmrechte für Beschlüsse und Satzungsänderungen vergeben.

    Eckdaten

    • Steuern: 21% KöSt, keine Mindeststeuer
    • Dividendensteuer in der Slowakei (KeSt): 7%  (natürliche Personen)
    • Dividendensteuer in der Slowakei (KeSt): 0%  (juristische Personen)
    • Kein Angestelltenverhältnis der Vorstand- und Aufsichtsratsmitglieder notwendig
    • Keine Pflichtversicherung für die Vorstand- und Aufsichtsratsmitglieder

  • Einzelunternehmen

    Einzelunternehmen (slowakisch živnosť) Ist ideal für die einfache Tätigkeit von Kleinunternehmen. Mit der Einführung von unbegrenzten Beteiligung an der Krankenversicherung in der Höhe von 14 % (keine Obergrenze) ist diese Unternehmensform Einzelunternehmer für mittlere und größere Projekte mit geplanten Gewinn ziemlich ungünstig.

    Haftung

    Einzelunternehmer haftet für die Verbindlichkeiten, die aus der Tätigkeit des Einzelunternehmer entstehen, mit Gesamtvermögen.

    Sozial- und Krankenversicherungbeiträge:

    Die werden in der Slowakei in die zwei selbständigen Institutionen bezahlt. Es gibt einen Sozialversicherungsanstalt, der für alle Selbständige, Angestellter, sowie auch für Pensionisten zuständig ist.

    Es gibt mehrere Krankenversicherungsanstalten, die für die Versicherer wählbar sind. Diese sind auch für ganze Spektrum von Versicherer von den Selbständigen, über Angestellten, bis zu Pensionisten, zuständig.

    Die Beitragshöhen werden gerechnet anhand der Steuergrundlage des Vorjahres.

    Die Beitragshöhen sind vom Staat sowohl für die Sozialversicherung, auch für die Krankenversicherung einheitlich geregelt.

    Die Beitragshöhen werden anhand der Steuergrundlage des Vorjahres gerechnet. Im ersten Geschäftsjahr zahlen die Einzelnunternehmern nur die Mindestbeiträge. Mit einer Jahresabrechnung muss der Krankenversicherungbeitrag an die aktuelle Gewinne angepasst werden.

    Bei der Krankenversicherung gilt keine Obergrenze. Bei einem größeren Gewinn kann der Krankenversicherungbeitrag auch extrem hohe Summen erreicht.

    Die Beiträge für die Krankenversicherung sind damit praktisch zum Krankenversicherungsteuer umgestellt worden.

    Diese Unternehmensform ist damit für die Unternehmer die mit einem größeren Gewinn rechnen, sehr ungünstig geworden.

    Steuern

    Für die Berechnung der Steuergrundlage werden die geleistete Abgaben für Sozial- und Krankenversicherung vom Gewinn abgezogen.

    Bei einem Jahreseinkommen bis zu € 35.022 € gilt ein Steuersatz von 19%. Ab diesem Betrag hinauf steigt der Steuersatz auf 25%.

    Freibetrag betrug im Jahr 2017 die Höhe von € 3.803

    Eckdaten

    • Steuern: 19% (25%, ab € 35 022 / Jahr), Auslandssteuerpflicht laut DBA
    • Sozialversicherung:  33,15% aus Beitragsgrundlage (€ 146,35 – € 2049) / Monat
    • Krankenversicherung: 14% aus Beitragsgrundlage (€ 61,81 – unbegr.) / Monat

Kostenfreie Beratung

Für alle, die sich um die Firmengündung in der Slowakei interessieren, bieten wir eine kostenfreie Erstberatung zu folgenden Themen:

  • Internationales Steuerrecht (Doppelbesteuerungsabkommen)
  • Unternehmensbedingungen in der Slowakei
  • Steuerliche Informationen
  • Unternehmensformen, Vor- und Nachteile
  • Personalkosten, Arbeitsrecht, Personalaussendung
  • Andere Themen nach Ihrem Bedarf

Die kostenfreie Erstberatung ist keinerlei mit unseren Folgeleistungen gebunden.

Unsere Leistungen bei der Firmengründung

  • Erstellung des zweisprachigen Gesellschaftsvertrages
  • Vorbereitung notwendiger Amtsunterlagen
  • Beantragung des Gewerbescheines beim Gewerbeamt
  • Registrierungsantrag beim Handelsregister
  • Eröffnung eines Firmenkontos in der Bank nach Ihrer Wahl
  • Registrierung der Gesellschaft beim Finanzamt

Optionale Leistungsangebote

  • Erstellung von Firmenstempel (bei Firmengründung inkludiert)
  • Erstellung von Visitenkarten nach Ihrer Wahl
  • Registrierung Ihrer Firmendomain in der Slowakei
  • Erstellung und Wartung von E-Mails
  • Erstellung und Wartung der Internetpräsentation

Steuergrundlagen bei der Firmengründung

Mit der Einführung von flat tax im Jahr 2004 wurde die Slowakei in der EU für viele Unternehmer aus deutschsprachigem Raum das Vorbild bei der Einführung von positiven Wirtschaftsreformen.

Nach wie vor führt neben noch immer niedrigeren Personalkosten, auch die kleinere Steuerbelastung in der Slowakei zu guter Wirtschaftlichkeit der Unternehmensaktivitäten. Die Nutzung von diesen Vorteilen dürfen aber auf keinen Fall als steuermissbräuchliche Gestaltungen bei den Finanzbehörden anderen EU-Staaten betrachtet werden.

Dafür ist notwendig, dass die gewinnproduzierenden Firmen in der Slowakei:

  • eine ordentliche Betriebsstätte/Büro in der Slowakei haben
  • über entsprechende Infrastruktur (aktive Festnetznummer mit Bürodienstleistungen, aktuelle Webseite) verfügen
  • eigene Mitarbeiter, oder Geschäftspartner für die Ausübung seiner Tätigkeit haben
  • seine unternehmerische Entscheidungen und die Firmenverwaltung durch die Geschäftsführer/Mitarbeiter immer in der Slowakei machen
  • im Fall des Leistungsaustausches mit gebundenen Unternehmern die angemessenen Verrechnungspreise für seine Produkte, oder Dienstleistungen verwendet
  • die glaubwürdigen wirtschaftlichen Argumente für die Auslagerung seiner Tätigkeit nach Ausland haben

Trotz diesen formalen Einschränkungen ist für viele Unternehmer aus deutschsprachigem Raum noch immer vorteilshaft seine Tätigkeit in der Slowakei erfolgreich und vor allem wirtschaftlich durchzuführen. Dazu müssen die individuellen Gegebenheiten detailliert untersucht, sowie die passenden Lösungen für ihren Unternehmenserfolg in der Slowakei umgesetzt werden.

Steuersätze in der Slowakei:

  • Einkommensteuer: 19 % für die natürlichen Personen bis € 35.268 / Jahr
  • Einkommensteuer: 25 % für die natürlichen Personen ab € 35.268 / Jahr
  • Körperschaftsteuer: 21 %
  • Kapitalertragsteuer: 0 % (Dividendensteuern) für die juristischen Personen
  • Kapitalertragsteuer: 7 % (Dividendensteuern) für die natürlichen Personen

Betriebstätte der Firma

Die in der Slowakei ansässigen Firmen zahlen die Körperschaftsteuer in der Höhe von 21 % ausschließlich in der Slowakei, sobald die Tätigkeit der Firma in der Slowakei ausgeübt wird.

Wenn die slowakische Firma in anderem Staat (z.B. Deutschland, oder Österreich) tätig ist, müssen nach bestimmter Zeit die Erlöse, die aus der Tätigkeit in diesem anderen Staat resultieren, dort versteuert werden. Wie lange kann die slowakische Firma im Ausland tätig werden, ohne die Steuern dort zu zahlen, bestimmt für jedes Land ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).

In der Praxis handelt sich überwiegend um die Bau- und Montageunternehmen aus der Slowakei, die seine Tätigkeit im Ausland machen. Bei der Leistungserbringung in Deutschland, oder Österreich darf die Arbeit an einem Projekt laut DBA nicht die 12 Monate überschritten.

Betriebstätte im Ausland

Wenn die in der Slowakei ansässige Firma in Deutschland, oder in Österreich längerfristige Tätigkeit plant, ist zu überlegen eine eigenständige Betriebsstätte, oder Tochtergesellschaft in diesen Ländern zu gründen. Der Hauptgrund dafür ist die sinkende Akzeptanz lokale Behörden bei den Entsendungen der Mitarbeiter nach Deutschland und Österreich, sowie gesetzlich bestimmte Mindestbelohnung für die entsendete Mitarbeiter und damit auch hohe Abgaben für Sozial- und Krankenversicherung in der Slowakei. Im Klartext: die Einsendungen nach Österreich und Deutschland sind nicht mehr wirtschaftlich.

Auch wenn die slowakische Firma seine Betriebstätte in Ausland (DE, AT) hat, bleibt der Steuerpflicht bei den Dividendensteuer in der Slowakei (7 % NP, 0 % JP)*. Bei den Steuersätzen der Körperschaftsteuer in der Slowakei und in Österreich, bzw. Deutschland sind nämlich keine gravierenden Unterschiede, wie bei den Steuersätzen für die Dividendensteuer.

* NP – Natürlichen Personen, JP – Juristischen Personen (Firmen)