Steuern in der Slowakei

Das Steuersystem und vor allem die Steuersätze gehören zu den wesentlichen Wirtschaftsfaktoren bei allen Unternehmenstätigkeiten.

Neben der Personalkosten, Material- und Energiekosten, bestimmt auch die Steuerbelastung die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmern.

Nur der Steuersatz allein sagt nicht genau, wie intensiv die Steuern die Unternehmensgewinne belasten.

Für diese Zwecke soll das gesamte Steuersystem mit allen Abschreibungsmöglichkeiten Verlustübertragungen und vielen anderen steuerwirkenden Faktoren projektgemäß detailliert untersucht werden.

Eine wesentliche Rolle bei der Steuerbelastung spielt auch das Steuerdomizil des Gesellschafters.

Besteuerung von Kapitalgesellschaften (GmbH)

Bei Kapitalgesellschaften verläuft die Gewinnbesteuerung auf zwei Ebenen. Die Unternehmensgewinne werden mit Körperschaftssteuer (KöSt) von 21% besteuert. (Ab 2020 beim Jahresumsatz bis zu € 100.000, nur 15%) Nach Abzug der Körperschaftssteuer am Ende des Geschäftsjahres, kann der Gewinn an die Gesellschafter als Dividende ausbezahlt werden.

Diese Dividendenausschüttungen an die Gesellschafter-natürlichen Personen, werden mit Kapitalertragsteuer (KeSt.) von 7% belastet.

Die Dividendenausschüttungen an die juristischen Personen sind steuerfrei. Dies gilt auch in dem Fall, wenn diese Gesellschafter-juristischen Personen im EU-Ausland ansässig sind. In diesem Fall gilt die Mutter-Tochter-Richtlinie der EU.

Dieser Mutter-Tochter-Richtlinie gilt auch, wenn eine wirtschaftlich aktive, in der Slowakei ansässige Gesellschaft, seine Tochtergesellschaften innerhalb der EU Ausland hat. Die Tochtergesellschaften zahlen die Körperschaftsteuer (KöSt.) zwar im EU-Ausland, die Dividende wird jedoch an die Muttergesellschaft in der Slowakei steuerfrei ausbezahlt.

Diese Dividende kann an die Gesellschafter slowakischer Muttergesellschaft, ohne zusätzliche steuerliche Belastung weiter ausbezahlt werden.

Bei der Dividendenausschüttung an die Gesellschafter – natürlichen Personen ist wesentlich, wo diese Gesellschafter sein steuerlichen Domizil haben. Laut Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) werden die Dividenden von Kapitalgesellschaften im Wohnsitzstaat des Gesellschafters nach dortigem Steuersatz nachversteuert.

Beispiel:

Herr Müller aus Wien ist Gesellschafter in einer slowakischen GmbH (s.r.o.). Nach der Beendigung des Geschäftsjahres bekommt Herr Müller eine Dividendenausschüttung von € 100.000. Der Steuersatz bei der Kapitalertragsteuer (Dividendensteuer) in Österreich (Steuerdomizil von Herr Müller) ist 27,5%. Den gleichen Steuersatz in der Slowakei beträgt 7%.

Herr Müller bekommt seine Dividende von € 100.000 abzüglich 7% slowakischer KeSt. – € 93.000,-  Bei seinem heimischen Finanzamt in Wien muss Herr Müller weitere 20,5% von seiner Dividende, als Ergänzung zu 27,5% österreichischen KeSt. abführen.

Die im Beispiel erwähnte Dividendenbesteuerung gilt für die Kapitalgesellschaften – GmbH und AG. Bei der Kommanditgesellschaft verläuft die Dividendenbesteuerung laut Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) anders.