Steuergrundlagen bei der Firmengründung

Mit der Einführung von flat tax im Jahr 2004 wurde die Slowakei in der EU für viele Unternehmer aus deutschsprachigem Raum das Vorbild bei der Einführung von positiven Wirtschaftsreformen.

Nach wie vor führt neben noch immer niedrigeren Personalkosten, auch die kleinere Steuerbelastung in der Slowakei zu guter Wirtschaftlichkeit der Unternehmensaktivitäten. Die Nutzung von diesen Vorteilen dürfen aber auf keinen Fall als steuermissbräuchliche Gestaltungen bei den Finanzbehörden anderen EU-Staaten betrachtet werden.

Dafür ist notwendig, dass die gewinnproduzierenden Firmen in der Slowakei:

  • eine ordentliche Betriebsstätte/Büro in der Slowakei haben
  • über entsprechende Infrastruktur (aktive Festnetznummer mit Bürodienstleistungen, aktuelle Webseite) verfügen
  • eigene Mitarbeiter, oder Geschäftspartner für die Ausübung seiner Tätigkeit haben
  • seine unternehmerische Entscheidungen und die Firmenverwaltung durch die Geschäftsführer/Mitarbeiter immer in der Slowakei machen
  • im Fall des Leistungsaustausches mit gebundenen Unternehmern die angemessenen Verrechnungspreise für seine Produkte, oder Dienstleistungen verwendet
  • die glaubwürdigen wirtschaftlichen Argumente für die Auslagerung seiner Tätigkeit nach Ausland haben

Trotz diesen formalen Einschränkungen ist für viele Unternehmer aus deutschsprachigem Raum noch immer vorteilshaft seine Tätigkeit in der Slowakei erfolgreich und vor allem wirtschaftlich durchzuführen. Dazu müssen die individuellen Gegebenheiten detailliert untersucht, sowie die passenden Lösungen für ihren Unternehmenserfolg in der Slowakei umgesetzt werden.

Steuersätze in der Slowakei:

  • Einkommensteuer: 19 % für die natürlichen Personen bis € 35.268 / Jahr
  • Einkommensteuer: 25 % für die natürlichen Personen ab € 35.268 / Jahr
  • Körperschaftsteuer: 21 %
  • Kapitalertragsteuer: 0 % (Dividendensteuern) für die juristischen Personen
  • Kapitalertragsteuer: 7 % (Dividendensteuern) für die natürlichen Personen

Betriebstätte der Firma

Die in der Slowakei ansässigen Firmen zahlen die Körperschaftsteuer in der Höhe von 21 % ausschließlich in der Slowakei, sobald die Tätigkeit der Firma in der Slowakei ausgeübt wird.

Wenn die slowakische Firma in anderem Staat (z.B. Deutschland, oder Österreich) tätig ist, müssen nach bestimmter Zeit die Erlöse, die aus der Tätigkeit in diesem anderen Staat resultieren, dort versteuert werden. Wie lange kann die slowakische Firma im Ausland tätig werden, ohne die Steuern dort zu zahlen, bestimmt für jedes Land ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).

In der Praxis handelt sich überwiegend um die Bau- und Montageunternehmen aus der Slowakei, die seine Tätigkeit im Ausland machen. Bei der Leistungserbringung in Deutschland, oder Österreich darf die Arbeit an einem Projekt laut DBA nicht die 12 Monate überschritten.

Betriebstätte im Ausland

Wenn die in der Slowakei ansässige Firma in Deutschland, oder in Österreich längerfristige Tätigkeit plant, ist zu überlegen eine eigenständige Betriebsstätte, oder Tochtergesellschaft in diesen Ländern zu gründen. Der Hauptgrund dafür ist die sinkende Akzeptanz lokale Behörden bei den Entsendungen der Mitarbeiter nach Deutschland und Österreich, sowie gesetzlich bestimmte Mindestbelohnung für die entsendete Mitarbeiter und damit auch hohe Abgaben für Sozial- und Krankenversicherung in der Slowakei. Im Klartext: die Einsendungen nach Österreich und Deutschland sind nicht mehr wirtschaftlich.

Auch wenn die slowakische Firma seine Betriebstätte in Ausland (DE, AT) hat, bleibt der Steuerpflicht bei den Dividendensteuer in der Slowakei (7 % NP, 0 % JP)*. Bei den Steuersätzen der Körperschaftsteuer in der Slowakei und in Österreich, bzw. Deutschland sind nämlich keine gravierenden Unterschiede, wie bei den Steuersätzen für die Dividendensteuer.

* NP – Natürlichen Personen, JP – Juristischen Personen (Firmen)

 

Steuern in der Slowakei

Das Steuersystem und vor allem die Steuersätze gehören zu den wesentlichen Wirtschaftsfaktoren bei allen Unternehmenstätigkeiten.

Neben der Personalkosten, Material- und Energiekosten, bestimmt auch die Steuerbelastung die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmern.

Nur der Steuersatz allein sagt nicht genau, wie intensiv die Steuern die Unternehmensgewinne belasten.

Für diese Zwecke soll das gesamte Steuersystem mit allen Abschreibungsmöglichkeiten Verlustübertragungen und vielen anderen steuerwirkenden Faktoren projektgemäß detailliert untersucht werden.

Eine wesentliche Rolle bei der Steuerbelastung spielt auch das Steuerdomizil des Gesellschafters.

Besteuerung von Kapitalgesellschaften (GmbH)

Bei Kapitalgesellschaften verläuft die Gewinnbesteuerung auf zwei Ebenen. Die Unternehmensgewinne werden mit Körperschaftssteuer (KöSt) von 21% besteuert. (Ab 2020 beim Jahresumsatz bis zu € 100.000, nur 15%) Nach Abzug der Körperschaftssteuer am Ende des Geschäftsjahres, kann der Gewinn an die Gesellschafter als Dividende ausbezahlt werden.

Diese Dividendenausschüttungen an die Gesellschafter-natürlichen Personen, werden mit Kapitalertragsteuer (KeSt.) von 7% belastet.

Die Dividendenausschüttungen an die juristischen Personen sind steuerfrei. Dies gilt auch in dem Fall, wenn diese Gesellschafter-juristischen Personen im EU-Ausland ansässig sind. In diesem Fall gilt die Mutter-Tochter-Richtlinie der EU.

Dieser Mutter-Tochter-Richtlinie gilt auch, wenn eine wirtschaftlich aktive, in der Slowakei ansässige Gesellschaft, seine Tochtergesellschaften innerhalb der EU Ausland hat. Die Tochtergesellschaften zahlen die Körperschaftsteuer (KöSt.) zwar im EU-Ausland, die Dividende wird jedoch an die Muttergesellschaft in der Slowakei steuerfrei ausbezahlt.

Diese Dividende kann an die Gesellschafter slowakischer Muttergesellschaft, ohne zusätzliche steuerliche Belastung weiter ausbezahlt werden.

Bei der Dividendenausschüttung an die Gesellschafter – natürlichen Personen ist wesentlich, wo diese Gesellschafter sein steuerlichen Domizil haben. Laut Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) werden die Dividenden von Kapitalgesellschaften im Wohnsitzstaat des Gesellschafters nach dortigem Steuersatz nachversteuert.

Beispiel:

Herr Müller aus Wien ist Gesellschafter in einer slowakischen GmbH (s.r.o.). Nach der Beendigung des Geschäftsjahres bekommt Herr Müller eine Dividendenausschüttung von € 100.000. Der Steuersatz bei der Kapitalertragsteuer (Dividendensteuer) in Österreich (Steuerdomizil von Herr Müller) ist 27,5%. Den gleichen Steuersatz in der Slowakei beträgt 7%.

Herr Müller bekommt seine Dividende von € 100.000 abzüglich 7% slowakischer KeSt. – € 93.000,-  Bei seinem heimischen Finanzamt in Wien muss Herr Müller weitere 20,5% von seiner Dividende, als Ergänzung zu 27,5% österreichischen KeSt. abführen.

Die im Beispiel erwähnte Dividendenbesteuerung gilt für die Kapitalgesellschaften – GmbH und AG. Bei der Kommanditgesellschaft verläuft die Dividendenbesteuerung laut Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) anders.